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Thursday, October 31, 2013

Boo! oder Buh! - Wie es euch gefaellt.



Happy Halloween aus unserer Nachbarschaft!
Also so langsam kann ich kein orange mehr sehen und so ist es gut, dass heute endlich der gruseligste Tag des Jahres ist und wir uns dann endlich von ueberdimensionalen, schwarzen, aufblasbaren Katzen, furchterregenden Geistern und gespenstischen Gespestern verabschieden und gleich auf Weihnachstdeko umschalten koennen.
In meiner Nachbarschaft haelt sich der Spuk zwar eigentlich in Grenzen, doch der ein oder andere Ausbrecher muss sich dann doch vor allen anderen behaupten und den Garten mit allem Aufblasbaren bestuecken, was die Halloween-Laeden hergeben. Sehr zum Leidwesen unseres Hundes Ellie, die schon seit Tagen jeden Geist, Kuerbis und Spongebob anheult und anknurrt.

Wird alles angebellt!
Die Kinder haben natuerlich einen Heidenspass und so sah es an der Bushaltestelle heute Morgen schon ganz schoen bunt aus. Auf viel Halloween-Candy muessen sie beim  Trick-or-Treat in unserem Haus wohl leider verzichten, da sich der Liebste in den vergangenen Tagen schon mit der Beseitigung der Suesswaren intensiv beschaeftigt hat.

Heute Morgen an der Bushaltestelle
 Ellie ist auf Diaet und zu ihrem grossen Leidwesen daher auch von Leckerli weitestgehenst abgeschnitten. Das folgende Foto ist darum auch nur gestellt: Nur mit Hilfe einiger knuspriger Leckerli ist es mir gelungen, Ellie die Krawatte ueberzuziehen, im Hintergrund unsichtbar hat der Liebste das ganze Shooting ueber mit einem getrockneten Haehnchenfilet gewedelt und gleich nachdem das Bild im Kasten war hat Ellie die Krawatte hinters Sofa gezogen und zerfetzt.


Ellie waere gleucklicher, wenn sie alles essen duerfte.
Aber wir wollen uns in diesem Jahr nicht allzu sehr beschweren: Zur gleichen Zeit im letzten Jahr sassen wir zwei Tage nach Hurrikan Sandy im Dunkeln, ohne Strom und heisses Wasser. Die diesjaehrige Kuerbisinvasion laesst sich vom warmen Wohnzimmer aus doch viel leichter ertragen.
Happy Halloween!

Sunday, November 4, 2012

Der Strom hat uns wieder

Der Stromgott hatte ein Einsehen: Der Saft fliesst wieder aus der Steckdose in den Fernseher, Kuehlschrank, Foehn, Computer. Ich kann euch sagen, so ohne Strom ist nicht ganz ohne. Hier eine Liste der Dinge, die wir in den vergangenen Tagen gelernt haben:
Man kann sich tatsaechlich fuenf Tage lang mit dem Gatten unterhalten ohne ihn umbringen zu wollen.
Kaltes duschen fuehrt nicht automatisch zu einer Lungenentzuendung.
Dieselbe Jeans kann zweimal getragen werden.
Hunde fressen auch im Dunklen.
Spuelen mit kaltem Wasser laesst die Haende nicht altern.
Man kann einen Hackbraten auf dem Grill backen.
Wenn man plant, sich von Muesli und Cornflakes zu ernaehren, macht es Sinn, ausreichend Milch zu kaufen.
Nutella auf ungetoastetem Toastbrot schmeckt nur halb so lecker.
Man kann im akutesten Notfall auch ohne Ferneher und Internet leben (wenn auch nur schwerlich) und Starbucks ist immer ein guter Zufluchtsort fuer internetlose Seelen. (Angeblich haben die Leute selbst vor den geschlossenen Starbucks gesessen und deren Internetsignal aufgeschnappt, weil die Router noch liefen)
Ohne Strom sieht man ploetzlich selbst in Manhattan Sterne am Nachthimmel.
                                   Blackout in Lower Manhattan    Foto: foxbusiness.com
Man kann an einem Generator gleichzeitig eine Kuehl-/Gefrierkombo, die Heizung und zwei Lampen anschliessen, sollte es aber vermeiden, dann auch noch den Staubsauger  und den Foehn anzuschalten.
Sechs Maenner koennen nur mit Kettensaege, Hammer und Naegeln in drei Stunden einen Baum aus einem Haus raussaegen und das Dach reparieren.
Nachbarn helfen sich gegenseitig.
Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Leute von diesem Sturm ueberrascht worden sind, und die jetzt ohne Benzin fuer Autos und Generatoren ueber Stunden an Tankstellen Schlange stehen als haette ihnen keiner letzte Woche schon gesagt, dass sie besser ihre Autos auftanken sollten.
Schlangen an Tankstellen sind manchmal meherer Blocks lang. 

Ein Mann, der gegen seine Frau beim Karten spielen verliert, sollte seinen Spieleinsatz mit Bedacht auswaehlen, sonnst koennte er, wie unser Nachbar Jeremiah, ploetzlich mit vollem Make-up im Gesicht dastehen.
Fuenf Tage ohne haben uns gezeigt, wie sehr wir vom Strom abhaengen und dass wir damit sparsam umgehen sollten. Haben wir daraus gelernt? Neiiiiiiin! 
In der Sekunde, in der der Saft wieder in die Haeuser unserer Nachbarschaft floss, ging es spontan von Kerzenlicht zu Partybeleuchtung. Erstmal heiss geduscht, Backofen angeschmissen, alle Lichter angemacht, alle Nachbarn angerufen, Computer angestellt, Emails gecheckt, Glotze an - wir koennen wohl nicht anders. Nach fuenf Tagen Konversation mit dem Liebsten in voelliger Stille musste erstmal so was wie "Hintergrundmusik" geschaffen werden.
Und heute ist schon wieder alles normal - fuer uns. 23.000 Haushalte in Huntington (insgesamt 75.000 Einwohner) sind noch immer immer ohne Strom und warten darauf, unseren Jubelschrei von Samstag ausstossen zu koennen. Wir wuenschen es ihnen.


Friday, November 2, 2012

Tag 4 nach Sandy

Hallo zusammen,
Nur einer von Tausenden!
Ich wollte mal eben schnell ein Update bloggen, damit ihr alle wisst, was hier so gerade los ist.
Vier Tage nach Sandy sind wir in unserer Nachbarschaft noch immer ohne Strom. Wir haben zwar einen Generator, aber der laeuft auch nur fuer etwa acht Stunden am Tag, um die Kuehltruhe und den Kuehlschrank nicht abtauen zu lassen und die Heizung anzutreiben. Gestern Abend haben wir uns den Luxus gegoennt, eine DVD anzuschauen und haben dafuer zwei Stunden lang auf Heizung verzichtet. Ausserdem habe ich herausgefunden, dass kalt duschen niemals zu meinen Lieblingsbeschaeftigungen gehoeren wird.
Benzin wird zum Luxusartikel, da die Pumpen ohne Strom nicht laufen. Sollte mal jemand eine offene Tankstelle finden, bilden sich gleich Schlangen mit bis zu drei Stunden Wartezeit und Anarchie bricht aus.
Zum Glueck werden die Supermaerkte wieder beliefert, auch wenn man nur bar bezahlen kann, weil die Kreditkarten-Lesegeraete nicht funktionieren. Wenn es so weitergeht, werden der Liebste und ich nur noch von Pizza und chinesischem Take-Out Food leben.
Ellie, unser Beagle, ist total verunsichert, weil sie im Dunklen essen muss und die Haelfte der Baeume auf ihrem morgendlichen Spaziergang nun auf der Strasse liegen und sie nichts mehr zum Anpieseln hat.
Im Buero gibt es natuerlich Strom (und gluecklicheweise auch Internet) und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich noch nie so gefreut habe, zur Arbeit zu fahren.
Und wir wollen uns nicht beschweren: Verglichen mit dem Chaos und der Zerstoerung, die in anderen Teilen der Insel herrscht, sind wir echt glimpflich davon gekommen. Unsere Nachbarn haben zwar jetzt eine nach oben offene Kueche und unsere anderen Nachbar haben vier Baeume auf dem Haus liegen, aber im Grossen und Ganzen haben wir echt Glueck gehabt.
Es zeigt sich ganz besonders, wie gut unsere Nachbarschaft zusammenhaelt. Bei Amanda und Jeremiah gibt es heisses Wasser zum Duschen, wir haben dafuer deren Fleisch in der Gefriertruhe. Alle Maenner der Nachbarschaft haben bei Marius geholfen, das Dach zu reparieren und am Mittwochabend gab's ne Hurricane Party, zu der alle die Reste aus ihrem Kuehlschrank mitgebracht haben. Und nach zwei, drei Bier merkt man eh nicht mehr, dass der Strom weg ist.
Wir hoffen, dass wir unseren Strom schneller wieder haben als in den angekuendigten sieben bis zehn Tagen. Einen Lichtblick gibt es jedebfalls: Das Nagelstudio an der Ecke hat Strom und am Samstag wollen sich alle Maedels der Nachbarschaft die Naegel machen lassen - denn wer kann schon fuenf Tage in Folge immer zuhause mit dem Gatten zusammenhocken.
To be continued.......