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Sunday, July 13, 2014

Stell Dir vor es ist Finale....

....und keinen interessierts! Kein Witz! Keine deutschen Flaggen an den Autos, keine Aussenspiegel-schwarz-rot-gold-Ueberzieher, niemand im Deutschlandtrikot, keine "Schlaaand"-Choere, kein Rudelgucken. Nichts. Nothing. Nie habe ich mich als Deutsche in Amerika so einsam gefuehlt!
Klar, von Zeit zu Zeit mal ein bisschen Unterstuetzung vom Liebsten, der verzweifelt versucht, Fussballregeln zu verstehen (How longs is this game? Why is there extra time? Why does the goalie not wear the same shirt as the rest of the team? What is a corner?). Der polnische Nachbar versucht den europaeischen Gedanken hochzuhalten und kuendigt moralische Unterstuetzung an und mein tuerkischer Tankstellenbesitzer, der mal in Frankfurt gewohnt hat, winkt meinem in deutschen Farben geschmueckten Auto freundlichen zu und bruellt "Deutschland" ueber die Strasse, sehr zum Erstaunen der Amerikaner, die immer noch ein wenig befremdlich auf deutschen Nationalstolz reagieren.


Ellie - noch nicht ganz von ihrem neuen Fanstatus ueberzeugt.

Und so muss ich meinen Hund in deutsche Farben kleiden, damit ich mich nicht so allein fuehle. Trage stolz mein deutsches Trikot, wenn ich spaeter allein vor dem Fernseher mitfiebern werde. Werde jubeln und lauthals die Nationalhymne mitsingen und dann, am Ende, werde ich hoffentlich meine deutsch Flagge erhobenen Hauptes in einem Ein-Auto-Korso durch die Nachbarschaft fahren.
An all die, die sich heute genauso fuehlen: Ihr seid nicht allein! Haltet euch nicht zurueck! Jubelt, was das Zeug haelt, egal, was der amerikanische Nachbar denkt.
In diesem Sinne: SCHLAAAAAANND!
Jubel wird gerne auch in den Kommentaren veroeffentlicht.



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Friday, May 16, 2014

Liebes Amerika,

Wir wissen ja echt zu schaetzen, dass ihr unseren Speiseplan um Burger und Hot Dogs, Coke und Cupcakes, Muffins und Spare Ribs bereichert habt, aber eines muessen wir euch leider sagen: Von Bratwurst, geschweige denn von der heiligen Currywurst, habt ihr absolut ueberhaupt gar keine Ahnung.
Erst letzte Woche musste mein schmerzendes Auge im Supermarkt "German Bratwurst with Cheese and Garlic", also mit Kaese und Knoblauch, erblicken, ausserdem im Angebot, Bratwurst mit Apfel, Mozzarella, Pilzen - Gott lob nicht alles in einer Wurst - aber schon allein der Gedanke an Bratwurst mit Apfel laesst meinen Ruhrgebiets-nahen Magen vor Schreck verkrampfen. Und mein Liebster glaubt allen Ernstes, dass wo German drauf steht auch German drin sein muss.
Also hab ich ihm erstmal eine echte deutsche Bratwurst im deutschen Supermarkt in Huntington gekauft, ordentlich Ketchup und Curry drauf gepappt, Pommes rot-weiss gezaubert (und versucht zu erklaeren, warum das "Pommes Schranke" heisst) und jetzt habe ich einen Currywurst-Juenger erster Guete zuhause. Fehlen nur noch die kleinen Plastikgaebelchen!!!
Naechster Tagesordnungpunkt der Germanisierung meines Gatten: Pizza Tonno - der Liebste glaubt, dass das eine Art Thunfisch-Sushi-Pizza ist - gefolgt von "echtem Doener".
Und fuer alle, die in den USA sitzen und Heimweh nach Currywurst haben, hier ein Schnappschuss von meinem letzten Deutschland Besuch:

"Richtige" Currywurst vom Currywurst-Tempel in Bocholt



Gern geschehen.
Jetzt aber schnell los in den Supermarkt und selber machen!


Tuesday, December 24, 2013

Merry Christmas!

Also unsere Rentier-Flotte is gesattelt, es schneit, der Weihnachtsbaum steht und die Geschenke aus Deutschland  liegen darunter.


Sogar Ellie hat sich fuer den Weihnachtsmann in Schale geschmissen.

Santa kann kommen!!!

Wir wuenschen allen, ob in Deutschland, in den USA oder sonst wo auf der Welt frohe Weihnachten, merry Christmas und eine schoene Zeit mit Freunden und Familie.






Wednesday, July 17, 2013

Rasenkrieg

Doofe Nachbarn gibts scheinbar ueberall! Da macht es keinen Unterschied, ob man sich in Deutschland oder in den USA ueber des Nachbarn Vorgarten aergert. Hier ein huebsches Beispiel aus der Nachbarschaft, in der wir wohnen, bis unser Haus wieder bezugsfertig ist: 

Wirklich?....

...Die Kraft hat nicht mehr fuer die letzten Meter gereicht?

Da konnte sich Nachbar Chan nicht dazu aufraffen, die letzten anderthalb Meter Rasenflaeche, die zum Grundstueck von Nachbar Hernandez gehoeren, auch noch eben mitzumaehen. Und in schoener Regelmaessigkeit steht der Rasen bei Hernandez nun stolz und vier Zentimeter hoeher als bei den ganz akkurat gemaehten Chans. Im Winter wurde uebrigen auch genau so penibel Schnee geschippt.
Da bin ich froh, dass ich bald wieder dahin zurueckziehen kann, wo jeder mal eben den Rasen des anderen mitmaeht und bei den aelteren Nachbarn auch noch schnell den Rasensprenger anstellt. 
Wie sagte schon der alte Hesiod: "Denn ein schlechter Nachbar ist eine so grosse Plage, wie ein guter ein Segen ist.
(Tschuldigung, musste mit 'nem schlauen Spruch enden.)


Wednesday, November 9, 2011

Heimaturlaub - ich war dann mal weg...


Eine Woche hat mir mein Chef gegeben. Eine Woche um nach einem Jahr mal eben wieder nach Deutschland zu fliegen und alle die, die mir lieb und teuer sind, zu besuchen. Eine Woche, von Sonntag bis Sonntag, und das inklusive der zwei Tage, die für die Fliegerei draufgehen.
Schon Stress am Flughafen: Man muss vier Stunden vor Abflug da sein, damit man sich der etwa sechs-minütigen Sicherheitskontrolle unterziehen kann. Schuhe aus, Pulli aus, Gürtel raus, alle Taschen ausräumen, Laptop aus der Tasche holen, alles aufs Band, durchgeguckt, alles wieder anziehen, wegräumen und völlig verschwitzt dann drei Stunden und 50 Minuten auf den Abflug warten. Dann ein sechsmonatiges Kleinkind in der Reihe vor mir, das den ganzen Flug lang heult. Keine Minute Schlaf. Ein doofer Zöllner, der sich von mir den ganzen Inhalt meines Koffers erklären lässt anstatt mich einfach darum zu bitten, ihn aufzumachen. Fahrt nach Hause, mein Vater und mein Bruder haben mich abgeholt. Auto abholen. Koffer auspacken, duschen, Mittagessen, ab in die Stadt, die alten Kollegen besuchen. Pläuschchen hier, Pläuschchen da. Alles schnell, schnell. Ab nach Hause. Abendessen. Schlafen. Auch nur kurz. Am nächsten Morgen fängt der Shopping-Marathon an. 65 Euro bei Aldi – die haben zum Glück schon die Weihnachtssachen. 45 Euro bei DM – Deoroller, die Amerikaner haben nur Stifte, Pflaster am Stück, Frottee-Haarbänder, HIP-Baby Tee für das Baby meiner Freundin, Guhl Haarspülung. Karierte Ringbücher, Bastelkalender, C&A-Unterwäsche, Zahnbürsten, Voltaren-Gel und Ilon-Abszess Salbe, Birkenstöcker für den Liebsten. Dazwischen noch hier ein Käffchen mit der Freundin, da ein Mittagessen bei Mama. Aus dem Auto, rein ins Auto.
Mittwochmorgen Zahnarzttermin – muss ich in den USA auch privat bezahlen, da kann ich´s auch gleich hier machen lassen, wo ich die Leute kenne und Connie, meine Mundhygienikerin (Connie, ich hoffe, dass das so heißt), mich nicht für jede Tasse Tee, die ich trinke, anmeckert, wie die Trine in den USA das gemacht hat.
Dann frühstücken mit meinem kleinen Neffen. Ab in den Spielzeugladen – man hat ja was gutzumachen, wenn man nur einmal im Jahr zu Besuch kommt – zum Glück hat er sich dann breitschlagen lassen und ist mit mir noch schnell ein paar Besorgungen machen gegangen. Zwischenzeitlich drei Anrufe und noch mehr Termine gemacht. Mama zum Mittagessen abgesagt, mit Katja zum Frühstück verabredet, muss noch mit Oma und Papa Fotos gucken, Kolumne schreiben. Will ich Mittwochnachmittag bei Mama machen, aber deren Rechner hat kein Microsoft Office Paket, also dann doch wieder zu Papa und da schreiben. Vielleicht sollte ich das Mittagessen morgen absagen. Ich muss auch noch zur Post, weil ich inzwischen so viel eingekauft habe, dass ich es nicht alles im Koffer mit-kriege. Die Pakete lasse ich alle ins Büro schicken, weil der Liebste sonst in Anbetracht von 18 Tafeln Milka und zehn Tüten Lakritz sofort ins Zucker-Koma fällt.
Als ich dann am Mittwochnachmittag meine Brille nicht finden kann, bin ich dem Nervenzusammenbruch näher denn je.
Ich schwöre, wenn ich das nächste Mal komme, dann werde ich vorher eine Email mit folgendem Inhalt rumschicken: Liebe Freunde, ich werde nächste Woche für ein paar Tage in Bocholt sein. Wenn ihr mich sehen möchtet, dann könnt ihr mich am Donnerstag von 9 bis 13 Uhr und am Montag von 14 bis 17 Uhr bei Cafe Sahne treffen. Außerhalb dieser Zeiten bin ich mit Einkaufen beschäftigt und möchte Zeit mit meiner Familie verbringen. Vielen Dank für euer Verständnis.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe meine Freunde, aber ich schaffe es einfach weder psychisch noch physisch, mich in fünf Tagen mit jedem zu treffen. Beim besten Willen nicht.
Wenn Sie das hier lesen, habe ich meine Koffer schon wieder gepackt und werde am Sonntagmorgen zurück zum Liebsten fliegen. Eigentlich wollte ich am Montag schon wieder arbeiten gehen, hab mir dann aber doch noch einen Tag frei genommen, denn nach diesem Urlaub bin ich echt urlaubsreif.
Und an alle, die ich gesehen habe: War echt toll, mal wieder in der gleichen Zeitzone zu quatschen. Und alle, die ich nicht gesehen habe: Nicht böse sein – klappt dann nächstes Mal.
 Tschüss, Ihre Ella.